Es gibt Geschichten, die man sich kaum vorstellen kann. Pietro Lombardi, der seine Ausbildung nie abgeschlossen hat, arbeitete in Teilzeit in einem Juweliergeschäft in Karlsruhe und klebte dort Swarovski-Kristalle für 400 Euro im Monat. Sein aktuelles Vermögen wird auf rund fünf Millionen Euro geschätzt. Wenn man das zum ersten Mal hört, muss man zweimal hinschauen. Es ist jedoch wahr – oder zumindest verdächtig nah dran.
Viele Menschen interessieren sich für Pietro Lombardis Vermögen im Jahr 2026, weil dahinter viel mehr steckt als nur die Zahlen selbst. Der 34-Jährige ist verlobt, Vater von drei Kindern und war in letzter Zeit vor allem aus negativen Gründen in den Schlagzeilen. Wer jedoch glaubt, dass seine finanzielle Zukunft durch seinen Ausstieg bei „DSDS“ (Deutschland sucht den Superstar) Ende 2024 ruiniert wurde, irrt sich gewaltig. Schon vor Jahren hat Pietro Lombardi aufgehört, sich auf eine einzige Einnahmequelle zu verlassen.

Die Weichen dafür wurden natürlich bereits 2011 gestellt. Der 18-Jährige besiegte bei „Deutschland sucht den Superstar“ (der deutschen Version von „Pop Idol“) keine Geringere als Sarah Engels, die später seine Frau werden sollte. Damals betrug das Preisgeld 500.000 Euro, steuerfrei. Eine Summe, die sich die meisten Menschen in seiner Lage nicht hätten vorstellen können. Und er hat nicht alles davon verschwendet. Ja, ein Maserati Levante für etwa 70.000 Euro, nachdem er sich zuvor eine Rolex für 30.000 Euro gegönnt hatte. Doch einem wird ein solcher Moment verziehen, wenn man aus einem Umfeld kommt, in dem 400 Euro im Monat eine Menge sind.
Was dann folgte, war klüger, als man vielleicht denken könnte. Pietro tätigte Immobilieninvestitionen und baute nach und nach ein Portfolio auf. Er gründete eine Supermarkt-Franchise. Mit bezahlten Kooperationen auf Instagram, Werbeverträgen mit Modemarken wie About You und einer Reichweite von rund zwei Millionen Followern, die er regelmäßig monetarisierte, wurde er zum Influencer – nicht im Sinne von schönen Fotos für die Seele, sondern im kommerziellen Sinne. Er behauptet, dass er in einem guten Monat bis zu einer Million Euro verdient. Ob man das glaubt oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen. Angesichts seiner Einnahmequellen macht es jedoch Sinn.
Es folgte seine Karriere als Juror. Pietro Lombardi saß viermal an der DSDS-Jury (Deutschland sucht den Superstar) neben Beatrice Egli, Loredana und seinem langjährigen Mentor Dieter Bohlen, zuletzt im Jahr 2024. Berichten zufolge verdiente er etwa 400.000 Euro pro Staffel. Nicht schlecht für eine Sendung, an der er schon als Kind teilgenommen hat. Als Juror an genau jenen Ort zurückzukehren, an dem er einst noch unsicher auf der Bühne stand, ist ein schwer vorstellbares Szenario. Pietro schien es jedoch zu gefallen.
All das endete Ende 2024. Nachdem Vorwürfe wegen häuslicher Gewalt gegen ihn laut wurden, lehnte RTL eine Vertragsverlängerung ab. Laura Maria Rypa erklärte öffentlich, dass er sie nicht geschlagen habe, und Pietro weist die Vorwürfe zurück. Das Gerichtsverfahren ist noch anhängig. Wie Pietro selbst erklärt hat, ist die Beendigung von „DSDS“ für ihn emotional zweifellos ein schwerer Schlag. Finanziell tut es weh, ist aber nicht fatal. Die jährlichen Einsparungen von 400.000 Euro sind eine beträchtliche Summe. Doch das ist nicht seine einzige Einnahmequelle.
Was bleibt, ist ein Sänger, der 2,6 Millionen Platten verkauft hat, regelmäßig live auftritt, für Veranstaltungen und Gigs gebucht wird und genau weiß, wie man sich eine treue Fangemeinde aufbaut. Möglicherweise wird er 2026 weniger Fernsehauftritte haben und sich mehr auf seine Musik und Markenverträge konzentrieren. Es bleibt abzuwarten, ob er damit Erfolg haben wird. Doch jemand, der als Maurer angefangen hat und es bis zum Millionär gebracht hat, hat viel Potenzial. Auch ohne Schulabschluss hat Pietro Lombardi bewiesen, dass manchmal Durchhaltevermögen ausreicht.